Caps/Pogs Sammlung

Wenn bei dir selbst oder Menschen in deinem Umfeld eine Schüssel mit selbst angesetztem Sauerteig im Kühlschrank steht, du zumindest schon mal über die Anschaffung einer Siebträgermaschine, eines Rennrads oder eines Pizzaofens nachgedacht hast und dich bei warmen Temperaturen vor allem darüber freust, dass die Wäsche draußen so schnell trocknet, dann könntest du vielleicht mal von ihnen gehört oder sie sogar selbst gesammelt haben: Pogs!

Klein, rund und kultig

Pogs, allgemein auch Caps genannt, waren der erste Sammeltrend, bei dem ich selbst Anfang der 1990er mitgemacht habe – für mich sind sie wirklich pure Nostalgie. Die kleinen Pappchips waren so gut wie überall erhältlich und etliche Franchises machten mit – es gab Motive von Disney, den Looney Tunes, den Simpsons, diversen Getränkemarken und Sportvereinen, außerdem viele markeneigene Graffiti-, Skate- oder Monstermotive, teilweise als Holos oder als Wackelbild. Dass sich so viele verschiedene Universen in einem Spielzeug vereinten, fand ich einfach großartig. Ein ähnliches Konzept gab es ja dann viele Jahre später nochmal bei den Figuren von Funko POP! (und ratet mal 🙃).

Der Clue war aber, dass man Pogs nicht nur sammeln, sondern auch mit ihnen spielen konnte. Das Spielprinzip war simpel: die Spielenden setzten eine bestimmte Anzahl Pogs, die dann zusammen verdeckt zu einem Stack gestapelt wurden. Dann wurde abwechselnd versucht, möglichst viele Pogs umzudrehen, indem man einen Slammer (ein etwas dickerer Pog aus Plastik oder sogar Eisen) auf den Stack warf. Wer am Ende die meisten Pogs umgedreht hatte, gewann die Partie.

Kunterbunte Kernerinnerungen

Ich verbinde mit Pogs viele gute Momente meiner frühen Kindheit: emotionale Partien um Motive, die man unbedingt haben wollte, das Gefühl, ein Booster-Pack mit ein paar druckfischen Pogs aufzureißen, das mir irgendein Erwachsener überraschend vom Einkaufen mitgebracht hat, endlich den Eisen-Slammer von Chupa Chups in den Händen zu halten, den ich mir so lange gewünscht hatte (und den mir mein Opa dann an einem heißen Sommertag spontan im Getränkemarkt unseres Vertrauens gekauft hat) und in einer ruhigen Minute meine Sammlung zu begutachten und dabei zu überlegen, welche Pogs beim nächsten Spiel entbehrlich sind und welche nicht.

Mir ist schon klar, dass dahinter die Absicht steckte, möglichst viel Geld zu scheffeln, indem man Kindern farbenfrohe Pappe für einen Haufen Kohle verkauft hat. Konditionierung, Konsumverhalten, dies, das – kann man drüber diskutieren. Letztendlich findet sich dieses Prinzip in jeder Form von popkulturellem Merchandise wieder – irgendwer denkt sich was aus und verkauft passenden Kram an Menschen, die es toll finden – und solange die Kaufenden dadurch eine gute Zeit haben, ist doch eigentlich alles tutti.

Exklusiv af

Natürlich gab es die Motive, die im Titelbild dieses Blogbeitrags zu sehen sind, damals nicht wirklich – ich hatte Lust, selbst ein paar Chips zu gestalten und hab zusätzlich ein paar kreative Köpfe in meinem Umfeld gefragt, ob sie Lust haben, mir auch ein bis drei Illustrationen von sich zur Verfügung zu stellen:

Caps mit Artworks "Gemeometrisches Blumenmuster", "Bunte Pflanze" und "Geistähnliches Wesen", illustriert von Luearis.ink

Alex aka @lunearis.ink illustriert digital, auf Papier und neuerdings auch auf Haut. Sie gehört zu den Animal Crossing Ultras und ist sehr kritisch bei der Wahl ihrer Hummusmarke. Als Nachbarin kann ich sie sehr empfehlen!

Caps mit Artworks "Echse", "Fotoapparat mit Auge" und "Gehirn mit Blitzen", illustriert von Paulita.Arts

Paula aka @paulita.arts ist freischaffende Illustratorin, Grafikerin und Wandgestalterin aus Hannover. Kennengelernt haben wir uns ungefähr, als Pogs tatsächlich noch im Trend waren. Irgendwann waren wir im Rahmen eines Schüleraustausches sogar mal zusammen in Polen!

Caps mit Artworks verschiedener 3D-Formen, illustriert von Schulenheimer

Mathias aka @schulenheimer ist 3D-Artist, Music-Producer und kreativer Kopf aus Ahaus. Selbst wenn du denkst, zu dieser oder jener Sache kann man doch wirklich keinen Wortwitz machen – er kann es.

Caps mit Artworks "Gruseliger Humanoid" und "Ziege", illustriert von EgoTherapie

Lukas aka @EgoTherapie ist Musiker und Allesselbermacher aus Nürnberg. Wir haben uns Anfang der 00er-Jahre in einem Forum kennengelernt und uns 2023, also etwa 20 Jahre später, zum ersten Mal im Real Life gesehen. Am gleichen Tag hat er direkt einen Gig in meinem Wohnzimmer gespielt.

Caps mit Artworks "Ufo", "Schlange" und "Ente", illustriert von Baenndicoot

Aenna aka @baenndicoot ist Singer-Songwriterin und illustriert allerlei Kram. Auch wir haben uns vor etwa 20 Jahren durch unsere gemeinsame Vorliebe für Pop- und Internetkultur im Web kennengelernt und zum Glück nie aus den Augen verloren.

Cap mit Artwork "NonComfort", illustriert von Muttermilk

Marcel aka @NonComfort und ich wollten uns eigentlich bloß mal treffen, um zusammen Musik zu machen, stattdessen sind wir versehentlich sehr enge Freunde geworden. Er ist Rapper und Musiker, allerdings kein Grafiker. Dennoch hat er mir sich selbst als Comicfigur zur Verfügung gestellt, illustriert von Marvin Velasco aka @muttermilk.

Caps mit Artworks "Junger Mann", "Totenkopf mit Pflanze" und "Zwei Skateboards", illustriert von Dominik Holzer

Und ich bin der Dominik, ich bin auch dabei.

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