Sonnenuntergang, Sommer, Natur, Blauer Himmel

Ob auf der Freibadwiese oder am Strand, auf dem Balkon oder in der Wohnung bei heruntergelassenen Jalousien – hier meine wärmsten Empfehlungen für deinen nächsten Sommerschmöker.

📖 Christian Huber – Man vergisst nicht, wie man schwimmt

31. August 1999. Sengende Hitze liegt über Bodenstein, dem Heimatkaff des 15-jährigen Pascal. Es sind die großen Ferien, und eigentlich könnte der Junge den Sommer genießen. Den Skatepark. Die Partys der Oberstufler. Das Freibad mit den besten Pommes des Planeten. Doch seit er nicht mehr schwimmen kann, mag Pascal den Sommer nicht mehr. Warum das so ist, das kann er nicht erzählen. Ebenso wenig, wieso ihn alle Krüger nennen. Und erst recht nicht, warum er sich unter keinen Umständen verlieben darf. Lieber träumt er vor sich hin und schreibt Geschichten. Dann kracht Jacky in seine Welt. Ein geheimnisvolles Mädchen aus dem Zirkus. Mit roten Haaren, wasserblauen Augen und keiner Angst vor nichts. Zusammen verbringen sie einen flirrenden, letzten Sommertag, der alles für immer verändert …

Ich habe wirklich jede Seite davon genossen. Christian Huber fängt mit diesem Buch nicht nur unglaublich feinfühlig das Gefühl von Sommer, Jugend und junger Liebe ein – auch Sehnsucht, Selbstzweifel und Abenteuerlust finden sich überall in und zwischen den Zeilen wieder. Eine der schönsten Sommerlektüren, die ich je gelesen habe.

📖 Ewald Arenz – Alte Sorten

Sally und Liss: zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sally, kurz vor dem Abitur, will einfach in Ruhe gelassen werden. Sie hasst so ziemlich alles: Angebote, Vorschriften, Regeln, Erwachsene. Fragen hasst sie am meisten, vor allem die nach ihrem Aussehen.

Liss ist eine starke, verschlossene Frau, die die Arbeit, die auf dem Hof anfällt, problemlos zu meistern scheint. Schon beim ersten Gespräch der beiden stellt Sally fest, dass Liss anders ist als andere Erwachsene. Kein heimliches Mustern, kein voreiliges Urteilen, keine miss­trau­ischen Fragen. Liss bietet ihr an, auf dem Hof zu übernachten. Aus einer Nacht werden Wochen. Für Sally ist die ältere Frau ein Rätsel. Was ist das für Eine, die nie über sich spricht, die das Haus, in dem die frühere Anwesenheit anderer noch deutlich zu spüren ist, allein bewohnt? Während sie gemeinsam Bäume auszeichnen, Kartoffeln ernten und Liss die alten Birnensorten in ihrem Obstgarten beschreibt, deren Geschmack Sally so liebt, kommen sich die beiden Frauen näher. Und erfahren nach und nach von den Verletzungen, die ihnen zugefügt wurden.

Ewald Arenz hat mir mit diesem Buch wundervolle Bilder in den Kopf gemalt. Eine leise Geschichte mit unerwartetem Tiefgang und bemerkenswerter Lebendigkeit. War offen gestanden ein „Oh, was für ein schönes Cover!“-Kauf und bin dann vom Inhalt sehr überrascht worden.

Hinweis: Die Geschichte tut an einigen Stellen sehr weh – ich empfehle, sie nur dann lesen, wenn man mit emotional anspruchsvollen und belastenden Themen umgehen kann.

Und wer es ein bisschen spannender mag:

📖 Lucinda Riley – Die Toten von Fleat House

Für Rektor Jones des altehrwürdigen Internats St Stephen’s im idyllischen Norfolk wird ein Alptraum wahr, als einer seiner Schüler unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt: Der 18-jährige Charlie Cavendish, Sohn aus vermögendem Hause und bekannt für seine rebellische Art, wird tot in seinem Zimmer aufgefunden. Vergeblich versucht Jones, das Ereignis als Unfall abzutun, und Detective Inspector Jazz Hunter, die aus persönlichen Gründen gerade ihre Karriere bei der Londoner Polizei aufgegeben hat, lässt sich überreden, den Fall zu übernehmen. Als wenig später ein Lehrer Selbstmord begeht und ein Schüler verschwindet, beginnt Jazz zu ahnen, dass sie eine Reise in die Vergangenheit antreten muss, um die Wahrheit über Charlies Tod zu enthüllen …

Lucinda Riley , die leider im Jahr 2021 verstorben ist, hat mit diesem Buch ihren einzigen Kriminalroman geschrieben, ist dafür aber in die Vollen gegangen – ich habe alles darin gefunden, was für mich einen guten englischen Krimi ausmacht: eine gebrochene Protagonistin, rätselhafte Morde, unerwartete Verstrickungen und eine wirklich gelungene düster-britische Atmosphäre.

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